Mitten im Familienleben

Schon bevor ich überhaupt geklingelt habe, wusste ich, dass dieses Shooting für die Familie mit einigen Gedanken verbunden war. Die Mama erzählte mir später, wie nervös sie vorher gewesen war. Sie wünschte sich ehrliche Familienfotos, wusste aber auch, dass weder sie selbst noch ihr Mann und ihr Sohn gerne vor der Kamera stehen. Ihre größte Hoffnung war, dass am Ende echte Erinnerungen entstehen, ohne Druck und ohne gestellte Situationen.

Deshalb haben wir nach meiner Ankunft erst einmal ganz in Ruhe die Kleidung abgestimmt. Während sich alle umzogen, begann der Vormittag in der Küche. Dort wurde gemeinsam Saft gepresst, bevor sich das Baby meldete und erst einmal gestillt werden wollte. Währenddessen spielten Papa und der große Bruder zusammen. Genau so, wie sie es wahrscheinlich auch an jedem anderen Tag getan hätten.

Immer wieder ergaben sich zwischendurch kleine Momente, in denen plötzlich alle zusammen waren. Ganz ohne große Anweisungen entstanden Familienbilder, bevor der große Bruder mir stolz sein Zimmer zeigen wollte. Dort wurde mit Autos gespielt, mit einer Handpuppe gelacht, die als fester Begleiter natürlich ihren ganz eigenen Namen hat, und einfach Zeit miteinander verbracht.

Zum Abschluss trafen wir uns alle noch einmal im Familienbett. Es wurde vorgelesen, gekuschelt und gelacht, nicht, weil ich darum gebeten hatte, sondern weil genau das zu ihrem Alltag gehört.

Als ich mich verabschiedete, musste ich an die anfänglichen Sorgen der Mama denken. Ob sie sich auf Fotos gefallen würde. Ob sich ihr Mann und ihr Sohn überhaupt darauf einlassen würden. Die Antwort lag eigentlich schon vor mir. Während des ganzen Vormittags hatte niemand mehr darüber nachgedacht, dass ich fotografiere. Genau deshalb zeigen die Bilder heute nicht, wie diese Familie vor einer Kamera aussieht. Sie zeigen, wie sie miteinander lebt.

🤍 Die Gedanken vor dem Shooting

„Ich hoffe, ich gefalle mir auf den Fotos.“

„Mein Mann und mein Sohn werden bestimmt keine Lust haben.“

🌿 Was daraus geworden ist

„Wir hatten viel Spaß und konnten einfach wir selbst sein.“

„Die Fotos zeigen uns genauso, wie wir sind.“